Pelling liegt ziemlich einsam auf einem Bergruecken in einer Hoehe von ungefaehr 2000 Metern mit einem beeindruckenden Blick auf das Massiv des Kandchenjunga. Man koennte das Dorf fast als idyllisch bezeichnen, waeren da nicht die 150 Hotels, die geschaeftstuechtige Inder aus dem Sueden hier aus dem Boden gestampft haben. Allerdings trifft man hier trotzdem kaum den westlichen Touristen, Pelling ist ein beliebter Ort bei den indischen Touristen. Sie sind ein netter Anblick, die Touristen aus Rajasthan, Dehli oder Kalkutta, die bei eisigen Temperaturen von 15 Grad mit Muetzen , Schals und Daunenjacken spazieren gehen.

Sikkim

Wenn sich das Massiv an unserem ersten Abend noch versteckt hat, so zeigte es sich am naechsten Morgen zum Sonnenaufgang (wie ueblich bin ich um kurz vor fuenf aufgestanden) dann in seiner vollen Pracht. Es ist schwer, das zu beschreiben...... ganz einfach sehr beeindruckend. Von Pelling aus besuchten wir das Kloster Pemayangtse, ein Nachmittagsspaziergang von Pelling entfernt. Der Besuch dieses Klosters lohnt sich allemal, obwohl es vielleicht bereits etwas zu touristisch ist. Die uebliche Spende ist ein Eintrittsgeld und an den Schaukaesten mit den sehenswerten Dingen stehen Schildchen, auf denen man darum bittet, nicht alles mit den Haenden anzusehen. Die Kunstgegenstaende, Masken und Wandteppiche die man hier zu sehen bekommt, sind schon sehr toll. Ich spare mir an dieser Stelle die Erklaerung, wie ein buddistisches Kloster aufgebaut ist, denn erstens werden wir wohl noch andere besichtigen und darueber berichten und zweitens habe ich es selbst noch nicht wirklich verstanden.

Eine andere schoene Wanderung fuehrt hinunter ins Tal zum Rimbi Fluss, ueber den sich an dieser Stelle eine kleine Haengebruecke spannt. Die Wanderung geht steil nach unten durch einsame kleine Doerfer und Reisfelder bis man nach ungefaehr eineinhalb Stunden unten am Fluss steht. Der Fluss selbst ist klar, kuehl und super zum Baden. Da wir aber stets Zuschauer hatten, bin ich nicht reingesprungen. Natuerlich nur deswegen. Wenn man danach den Weg in ungefaehr zweieinhalb Stunden wieder nach oben geschafft hat, ist man a.) ziemlich fertig, b.) reif fuer eine Dusche und c.) hat man so ca. 1000 Hoehenmeter hinter sich gebracht. Schoen, wenn man sich ein Bier so verdienen kann.

Zwischenzeitlich sind auch Freunde von uns, Beate und Olaf aus Hamburg, in Pelling eingetroffen, was natuerlich noch mehr Gruende bietet, dem hiesigen Bier in gemuetlicher Runde zuzusprechen. Das Bier, das nur in Sikkim verkauft wird heist "HIT", und das ist es auch irgendwie. Irgendwo steht noch "superstrong" dabei, was den Kenner natuerlich sofort dazu verleitet, auf der Flasche nach dem Alkoholgehalt zu suchen. Da steht dann: not more than 8% Alcohol. – Alles klar. Das Getraenk schmeckt kraeftig, leicht malzig und wirkt ein klein wenig heftiger als ein Oktoberfestbier. Auf alle Faelle hatte ich nach zwei 0,65l Flaschen ein aehnliches Gefuehl wie nach dem letzten Wiesnbesuch. (dieser Vergleich ist fuer Insider bestimmt). Die weltumfassende Travellerbibel, der Lonely Planet, warnt uebrigens auch vor indischem Bier. Der Glykolgehalt in diesen Bieren sei angeblich deutlich hoeher, als im Rest der Welt, weshalb man von dem Genuss dieser Biere auch Kopfschmerzen bekomme. Ich weiss nicht, ob das nur mir so geht, aber ich bekomme auch beim Genuss anderer Biere ab und an Kopfschmerzen. Lonely Planet empfiehlt, die geoeffnete Flasche in ein volles Wasserglas zu stuerzen. Dann wuerde sich angeblich ein oeliger Film absondern und danach koennte man das Bier gefahrlos konsumieren. Eine abenteuerliche Theorie, ich vermute stark, dass das Bier nach dem stuerzen einfach leer ist und daher keine Gefahr mehr davon ausgeht. Wir haben den Versuch NICHT wiederholt!

Olaf hat mich an einem der Tage im Morgengrauen noch zu einem anderen kleinen Kloster oberhalb von Pelling gefuehrt. Sanga Choelling ist kleiner und abgeschiedener als das andere Kloster und im Verlauf des Vormittags waren wir die einzigen Besucher. Olaf hatte von frueheren Besuchen Fotos fuer die Moenche (zwischen 3 und 83 Jahren) dabei und entsprechend herzlich und freundlich wurden wir wir auch begruesst. Wir verbrachten einige sehr ruhige, sehr erholsame Stunden am Kloster, bis wir wieder nach Pelling zurueckwanderten.

Sikkim

Wir mussten in Pelling unsere Trekkingplaene kurzfristig aendern und brachen deshalb ein wenig ueberstuerzt nach Gangtok auf, der Hauptstadt Sikkims. Die 5stuendige Fahrt dorthin erfolgte mit den bewaehrten Sammeljeeps, wobei wir diesmal beide vorne sitzen durften. Gangtok ist eine Grossstadt, aber irgendwie doch nicht. Es ist hier laut und es gibt hier viele Menschen, aber es stinkt nicht und die Menschen sind seltsam unaufdringlich. Wir konnten ein nettes Hotel gleich zu Beginn von 1100 auf 400 Rupien die Nacht herunterhandeln und haben direkt im Anschluss ein sehr schoenes, fuer unsere Verhaeltnisse beinahe zu schickes vegetarisches Restaurant gefunden. Das Masala liegt direkt in der Fussgaengerzone (ja, richtig gelesen, es gibt hier eine hochmoderne Fussgaengerzone und da fahren auch tatsaechlich keinerlei Autos) und ist ein absolutes Muss, wenn man sich nach Gangtok verirrt. Fuer den mehrgaengigen vegetarischen Genuss inkl. zweier Biere mussten wir dann mit 8 Euro auch sehr tief in die Tasche greifen.

Wie wir dann am naechsten Tag prompt eine Agentur fuers Trekking fanden, noch ein Kloster besichtigten und auch noch einen heiligen See, schreibe ich naechstes Mal. Hier ist es gerade unmenschliche 19 Uhr und der Herr hinter mir moechte bitte dringend seinen Internetshop schliessen......hier gehen die Uhren anders.